Rudi, benimm dich! Oder: Keine Rückkehr des Tanzlehrers

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Ja, ich gestehe: Ich habe schon länger mit dem Gedanken gespielt, einen Tanzlehrer zu töten. Dass es gestern endlich dazu gekommen ist, hat keine besondere Bedeutung. Irgendwann wäre es ohnehin geschehen. Manche Dinge passieren einfach, früher oder später.

Dass es ausgerechnet den armen Thomas Schäfer-Elmayer erwischt hat, tut ebenfalls nicht viel zur Sache. Genau so gut hätte es jeden anderen von ihnen treffen können. Nun gut, ich gebe zu, er hatte einen Prominentenbonus. Hätte ich nur irgendeinen öligen Walzerheini aus Oberniedersimpelhofen unter die Erde gebracht, würde mir im Moment sicher nicht so viel mediale Aufmerksamkeit zuteil. Aber prinzipiell hatte der nette Herr Elmayer einfach Pech. Am gesamten Berufsstand der Tanz- und Benimmlehrer musste ein Exempel statuiert werden. Und er war das Exempel.

Auf die Öffentlichkeit mag meine Tat wie der heimtückische Mordanschlag eines Geisteskranken wirken. Aber glauben Sie mir: Ich bin im Vollbesitz meiner geistigen Kräfte und so zurechnungsfähig, wie einer nur sein kann. Und ich hatte meine Gründe. Das kriminalpsychologische Gutachten wird Ihnen das eindrucksvoll bestätigen.

Wenn die Seelenklempner etwas von ihrem Job verstehen, werden sie aber auch herausfinden, dass ich innerlich beschädigt bin. Tief beschädigt. Und wie bei den meisten inneren Schäden liegt auch bei meinem die Wurzel in der Kindheit.

Als Bub war ich ein Lauser und Raufbold, wie er im Buche steht. Meinen ersten Spitznamen hatte ich von Tante Berta aus der Kinderkrippe: „Rotzpippn“. Und dabei war ich damals noch gar nicht in den Flegeljahren. Kurz gesagt: Ich war ein schwieriges Kind.
Und meine Eltern waren vollkommen überfordert. Sie hatten immer von einem stromlinienförmigen Mustersohn geträumt, einem, den man überall hin mitnehmen und bei jeder Gelegenheit aus der Tasche ziehen und vorführen kann. Einem, bei dem selbst wildfremde Passanten den unwiderstehlichen Drang verspüren, ihm den Kopf zu tätscheln oder ihn in sein pausbäckiges Gesichtlein zu kneifen. Meine Eltern wollten nicht mehr und nicht weniger als das, was halt normalerweise herauskommt, wenn man einen eitlen, karrierebewussten Kommunikationsberater mit einer ebenso oberflächlichen, geltungssüchtigen Innenraumgestalterin kreuzt: eine Mensch gewordene Cocktailparty aus dem Instant-Beutel, einen kleinen Aufsteiger, einen geborenen Siegertypen.
Leider habe ich ihren ausgeklügelten Zuchtplan völlig über den Haufen geworfen – und wurde stattdessen ein eigensinniges kleines Ungeheuer.

Sicher keine leichte Situation für zwei rückgratlose Cabriofahrer wie meine Eltern, die sich eigentlich nur einen kleinen, unkomplizierten Sonnenschein zulegen wollten, weil er so gut zum neuen Sofa gepasst und den hässlichen Leerraum zwischen Glastischen und Minibar einigermaßen effizient ausgefüllt hätte. Ich kann mir gut vorstellen, wie den beiden zumute war, als sie erkannten, was für einen widerborstigen Zwerg sie sich da ins Haus geholt hatten. Ein herzeigbarer Sohn ist so etwas wie eine rare Vinyl-Platte, die man sich an die Wand hängt, um Gäste zu beeindrucken. Eigentlich unschlagbar. Dumm ist nur, wenn die Platte ein paar hässliche Kratzer hat.

Wie gesagt, ich kann mich durchaus in die Lage meiner Eltern hineinversetzen. Sie müssen schwer gelitten haben, als sich das kalorienarme Lifestyle-Menü, das sie bestellt hatten, plötzlich als schwer verdaulicher Brocken entpuppte.
Aber gab ihnen diese Enttäuschung das Recht, mir meine Freiheit aus den Händen zu nehmen, meinen unruhigen Geist gewaltsam zu domestizieren und mich völlig umzuprogrammieren? Denn genau das war ihre Reaktion, der Plan B, den sie sich für mein Leben zurechtgelegt hatten. Und das Werkzeug dazu waren die Tanzlehrer.

Natürlich nicht sie allein. Ich hatte es neben den hauptberuflichen Hupfdohlen auch mit ganzen Heerscharen von Benimmlehrern, Privaterziehern und Society-Profis zu tun. Aber diese Knigge-Knechte waren letztlich alle vom selben Schlag: Schmierig wie die ranzige Pomade, die ihnen vom Scheitel tropfte, aufpoliert und gelackt wie ihre eleganten Halbschuhe und so glatt wie das gesellschaftliche Parkett, auf dem sie sich so gekonnt zu bewegen wussten.
Jede freie Minute verbrachte ich von nun an in der scheinbar so sanften und höflichen, aber gerade dadurch umso erbarmungsloseren Gewalt dieser wohlerzogenen Folterknechte. Und sie setzten vom ersten Augenblick meiner Zwangsausbildung bis zum letzten alles daran, mir meine Spitzbübereien vollständig auszutreiben, mir meine Flausen mit Putz und Stängel aus dem Kopf zu reißen, mich Schritt für Schritt gleichzuschalten und meinen zähen Willen zu brechen. Die Tanzfläche, ein Bootcamp.

Sie brachten mir bei, wie man richtig lebt, wie man richtig tanzt, wie man sich richtig kleidet, wie man richtig isst, wie man richtig spricht, wie man richtig sitzt, wie man richtig steht, wie man richtig geht, wie man richtig atmet, wie man das Kunststück vollbringt, jemandem Honig ums Maul zu schmieren, während man gleichzeitig an der gegenüberliegenden Körperöffnung um Einlass bittet – und wie man sich unauffällig übergibt, wenn einem das alles zu viel wird.

Und was das Schlimmste ist: Sie hätten es fast geschafft. Manchmal ertappte ich mich schon dabei, wie ich in ihren Kategorien zu denken begann. Viel hätte wohl nicht mehr gefehlt und ich hätte plötzlich selbst daran geglaubt, dass der ganze soziale Drill, die ganzen willkürlichen Benimmregeln und gesellschaftlichen Codes irgendeine tiefere Bedeutung hätten, irgendwie sogar richtig und wichtig seien. Ich war kurz davor, die unfassbare Oberflächlichkeit, abgrundtiefe Lächerlichkeit und bodenlose Bedeutungslosigkeit dieser ganzen anerzogenen Verhaltensmuster und so genannten „feinen Manieren“ nicht mehr zu hinterfragen. Ich fing beinahe an, in der ganzen Sache einen Sinn zu sehen – und was noch viel schlimmer ist – Spaß daran zu haben. Fast hätten die Gehirnwäsche und Bussi-Bussi-Propaganda meiner Erzieher bei mir verfangen, fast hätte ich ihre rosarote Brille gegen mein wirkliches Leben eingetauscht. Aber nur fast.

Irgendwo tief in mir gab es noch eine klitzekleine Stelle, die vom jahrelangen Prosecco-Missbrauch, Smalltalk-Terror und hohlem Society-Gesülze keine bleibenden Schäden davongetragen hatte, ein kleines gallisches Dorf, das unerbittlichen Widerstand gegen die so genannte „Zivilisation“ leistete, eine winzige Zelle im Gehirn, die noch nicht vollständig mit heißer Luft gefüllt war. Dafür hatte sie sich leider nach und nach mit etwas anderem aufgeladen: Mit unerbittlichem Hass.

Von der ersten Keimzelle aus breitete sich der Hass langsam, aber unaufhaltsam in mir aus, wie eine schleichende Seuche – bis ich eines Tages, Jahre nach dem Ende des letzten Umerziehungslagers, mit dem unstillbaren Bedürfnis aufwachte, Rache zu nehmen. Mir schwebte ein ganz einfaches Tauschgeschäft vor: Meine verlorene Kindheit gegen das Leben eines Tanzlehrers.

Den grundsätzlichen Mordgedanken hatte ich also gefasst. Aber wie sollte ich es anstellen? Ein Bombenattentat erschien mir grundsätzlich nicht unattraktiv. Aber die Gefahr, dass dabei Zivilisten – also Nicht-Tanzlehrer – zu Schaden kommen könnten, brachte mich rasch wieder von dieser Idee ab. Auch die Vorstellung, einem Tanzlehrer einen giftigen Skorpion in die Lackschuhe zu stecken, hatte durchaus ihren Reiz. Die konkrete Umsetzung erschien mir dann allerdings zu kompliziert – und letzten Endes auch zu eklig. Nein, meine Tat musste, dem noblen Ziel entsprechend, zumindest einigermaßen stilvoll und elegant über die Bühne gehen. Also traf ich den Entschluss, meinen Gegner mit den eigenen Waffen zu schlagen.

Mein Plan war ebenso schenial wie subversiv: Ich räumte mein gesamtes Bankkonto leer, quartierte mich für einige Wochen im Wiener Nobelhotel „Bristol“ ein – und besuchte die exklusive „Meisterklasse für gehobenen Gesellschaftstanz und gutes Benehmen“ in der berühmten Tanzschule Elmayer.
Einschlägige Vorkenntnisse brachte ich aufgrund der jahrelangen nachmittäglichen Internierung in Tanzkursen, Benimmseminaren und Sonntagsschulen mehr als genug mit. Ob Linkswalzer, Slowfox oder zünftige Polkas, ob feines Dinieren oder lockere Konversation, ich hatte alles im Repertoire. Besonders meine überragenden Fähigkeiten in den Kernfächern des unverbindlichen Plauderns und professionellen Einschleimens brachten mir schon bald den tiefsten Respekt von Tanzschulbesitzer Thomas Schäfer-Elmayer ein. Ich wurde zu seinem Lieblingsschüler, zu seinem vorbildlichsten Zögling, ja, der Tanzlehrer begann fast so etwas wie väterliche Gefühle für mich zu entwickeln. Und genau das war mein Ziel.

Irgendwann hatte ich ihn dann genau dort, wo ich ihn wollte: Am Abend nach der abschließenden Benimmprüfung – die ich selbstverständlich mit ausgezeichnetem Erfolg gemeistert hatte – nahm mich Thomas Schäfer-Elmayer beiseite. „Rudolph“, sagte er in feierlichem Tonfall, „Sie sind in den letzten Wochen fast so etwas wie ein Sohn für mich geworden. Daher wird Ihnen nun die größte Ehre zuteil, die ich je einem meiner Zöglinge habe angedeihen lassen: Sie dürfen an einem Abendessen im Kreise meiner Familie und meiner engsten Freunde teilhaben. Ein perfekter Galan wie Sie wird unser kleines Diner mit Sicherheit bereichern.“ Mit gespielter Dankbarkeit und geheuchelter Rührung – das war geradezu meine Paradedisziplin – nahm ich sein großzügiges Angebot an. Und lachte mir dabei heimlich ins Fäustchen.

Am Abend des großen Galadiners im Hause Elmayer hatte der Himmel all seine Schleusen geöffnet. Eisregen prasselte in großen Tropfen auf die Wienerstadt herab. Da ich absichtlich keinen Regenschirm bei mir trug, war ich bereits einigermaßen durchnässt, als ich die elegante Jugendstilvilla im Zentrum von Döbling erreichte. Ich hatte mich bewusst ein wenig verspätet. Die anderen Gäste waren bereits eingetroffen, ihre Jaguars, Bentleys und anderen Luxuskarossen reihten sich vor dem Elmayer’schen Anwesen aneinander. Ich lehnte mein altes Damenfahrrad gegen einen Aston Martin und durchmaß ohne große Eile die perfekt gepflegten Gartenanlagen.

Nachdem ich den Klopfer in Gestalt eines goldenen Löwenkopfes betätigt hatte, öffnete ein Lakai in schwarzer Livree die prunkvolle Doppelflügeltür. „Sie wünschen?“, fragte er im näselnden Tonfall eines altösterreichischen Hofbeamten und maß mich mit kaum verhohlener Geringschätzung. Was ihn an meiner triefenden Gesamterscheinung am meisten störte, war schwer zu sagen: Waren es die feuchten Flecken auf meiner deutlich zu kurzen Hose, die weißen Tennissocken, die darunter hervorlugten, die braunen Schlammspritzer, mit denen mein viel zu weiter Frack gesprenkelt war, oder doch die dicken Wassertropfen, die an der Krempe meines verbeulten Zylinders hingen?

„Ich bin zum Abendessen verabredet“, sagte ich entspannt, während ich den roten Teppich vor der Eingangstür als Fußabstreifer nutzte. „A so?“, meinte der Lakai spöttisch. „No, wenn des so is, dann wern S’ ja auch eine Einladung bei Ihnen tragen, ned woahr?“ Nachdem ich zu seiner Überraschung tatsächlich einen zerknitterten Zettel aus meiner mit allerlei Krimskrams vollgestopften Hosentasche zu Tage gefördert hatte, ließ mich der Diener mit allen Anzeichen von Widerwillen eintreten. Seine Bitte, ich möge doch wenigstens meine, wie er es ausdrückte, „nässende Kopfbedeckung“ an der Garderobe abgeben, ignorierte ich geflissentlich. Ohne den munter vor sich hin tropfenden Zylinder vom Kopf zu nehmen, gelangte ich in eine luxuriöse Vorhalle und trat von dort in den mit Marmor und Edelholz ausgekleideten Salon ein.

Eine süßliche Wolke aus teurem Parfum und zwangloser Unterhaltung schlug mir entgegen. Das Champagnisieren war bereits in vollem Gange. Damen in wallenden Abendkleidern und Herren in feinem Zwirn standen oder tänzelten um kleine Tischchen herum, bildeten plaudernde Grüppchen, schlürften Champagner und Prosecco aus langen Sektflöten und prosteten einander kichernd zu. Wer gerade nicht damit beschäftigt war, launige Bemerkungen wie „Stößchen!“ oder „Sehr zum Wohle“ von sich zu geben, zupfte mit spitzen Fingern Lachsbrötchen und andere Horsd’oeuvres von den Silbertabletten, die von hübschen Serviermädchen und zuvorkommenden Butlern geschickt durch den Salon balanciert wurden.

Als die versammelte Gesellschaft meiner angesichtig wurde, war es, als hätte jemand einen Schalter umgelegt. Das Gläserklirren verstummte, der Smalltalk verebbte und jegliche Bewegung schien auf einmal wie eingefroren. Alle Blicke richteten sich auf die tropfende Gestalt mit dem eingedellten Zylinder, die da plötzlich mitten im Raum stand.

„Servus“, sagte ich beiläufig und steuerte, ohne die Anwesenden eines weiteren Blickes zu würdigen, auf eine der Servierdamen zu. „Jetzt gieße ich mir erstmal einen hinter die Binde“, erklärte ich der verdutzten Dame, angelte mir zwei Champagnergläser von ihrem Tablett und kippte sie nacheinander hinunter, ohne abzusetzen. Genießerisch wischte ich mir mit dem Handrücken über den Mund, als hätte ich gerade einen kräftigen Schluck aus einem Weißbierhumpen genommen. „Heißen Dank“, sagte ich dann und drückte die leeren Gläser einem wildfremden Gast in die Hand. Meine nassen Schuhe quietschten und quatschten bei jedem Schritt und zogen eine graubraune Spur quer über den blank polierten Parkettboden.

Wie die gesamte Gästeschar hatte auch der Hausherr meinen Auftritt mit sprachlosem Entsetzen verfolgt. Doch nun löste sich Thomas Schäfer-Elmayer aus seiner Erstarrung und schlüpfte blitzartig in die Rolle des perfekten Gastgebers. Mit ein paar schnellen Schritten war er bei mir. „Wie schön, dass Sie hier sind, mein lieber Rudolph“, rief er herzlich und schüttelte mir vorschriftsgemäß die Hand. „Und dass Sie uns alle gleich mit einer derart perfekt choreographierten Showeinlage überrascht haben.“ Er zwinkerte mir verschwörerisch zu. – „Ich habe keine Ahnung, wovon Sie reden“, antwortete ich und bemühte mich, dabei möglichst ernst und verständnislos zu klingen.

Thomas Schäfer-Elmayer lächelte mir gütig zu. „Wie Sie sehen, meine Damen und Herren“, wandte er sich dann in die Runde, „ist unser Herr Rudolph ein Mann mit vielen Gaben. Mit seinem sprühenden Esprit, seinem entwaffnenden Charme und seinen eben offenbarten schauspielerischen Talenten ist dieser Tausendsassa ein Gewinn für jede Abendgesellschaft.“
Ein Aufatmen ging durch die Gästeschar, die bedrückende Stille machte befreitem Gelächter Platz.

Diesen Augenblick der Entspannung nützte Thomas Schäfer-Elmayer, um mich kurz beiseite zu nehmen: „Dieser Scherz ist Ihnen gelungen“, meinte er mit väterlicher Milde, „aber dürfte ich Sie nun dennoch darum bitten, abzulegen?“ Sichtbar angewidert deutete er auf meinen abgewetzten Zylinder. „Wo haben Sie diese alte Kreissäge überhaupt aufgetrieben?“ – „Diesen Zylinder habe ich auf der Weg zur U-Bahn einem obdachlosen Ziehharmonikaspieler gestohlen“, antwortete ich wahrheitsgemäß und so laut, dass es alle Anwesenden hören konnten.
„Was Sie nicht sagen“, meinte der Tanzlehrer mit gespieltem Ernst. „Einem Obdachlosen, wie? Sie sind mir aber ein Schelm. Köstlich, köstlich“. – „Sie glauben mir nicht?“, rief ich empört. „Sehen Sie her.“

Im Stile eines pitschnassen Köters oder eines Headbangers auf einem „Maiden“-Konzert begann ich meinen Kopf hin und her zu beuteln. Wie ein dreckiger Sprühregen aus einem dysfunktionalen Rasensprenkler ergossen sich die öligen Wassertropfen von der Krempe meines Zylinders über die Umstehenden, begleitet von einem wahren Sturzbach aus Zehn-Cent-Stücken und anderen Münzen, die mit lautem Geprassel aus dem Zylinder hervorrieselten und sich kullernd im ganzen Raum verteilten.

Der Hausherr und seine Gäste sahen mich bestürzt an. „Eine solche Huterfahrung habe ich ja mein Lebtag noch nicht gemacht“, zischte eine ältere Dame missbilligend, während ich über den Boden robbte, um die Münzen wieder einzusammeln. Als ich ebendiese Dame mit ausgesuchter Höflichkeit darum bat, kurz ihre Abendrobe lüften zu dürfen, um den darunter liegenden Boden in Augenschein zu nehmen, schritt der Tanzlehrer ein.

„Kompliment, Sie fallen nicht aus der Rolle“, meinte Schäfer-Elmayer, der nach wie vor einigermaßen gefasst wirkte, „dennoch wäre ich Ihnen sehr verbunden, wenn Sie sich jetzt wie ein echter Gentleman kurz vom Boden erheben könnten.“ Als ich keine Anstalten machte, seiner Aufforderung Folge zu leisten, winkte der Tanzlehrer einen kräftigen Domestiken herbei, der mir mit einer gleichermaßen kraft- wie würdevollen Bewegung auf die Beine half und mir nach einem weiteren Zeichen von Schäfer-Elmayer mit sanfter Gewalt den Zylinder entwand. „Wenn Sie das bitte entsorgen könnten“, wisperte ihm der Tanzlehrer gedämpft zu, worauf sich der Lakai ebenso gravitätisch und lautlos zurückzog, wie er gekommen war, meinen Zylinder wie einen Topf voll übelriechender Kohlsuppe mit weit ausgestreckten Armen vor sich hertragend.

„Und Sie, mein Lieber“, meinte Schäfer-Elmayer dann in meine Richtung, „könnten sich vielleicht noch ein wenig frisch machen, bevor ich Sie den anderen Gästen vorstelle.“ Er deutete auf meine feucht schimmernden, vom Zylinder platt gewalzten Haare, die mir in unansehnlichen Strähnen ins Gesicht hingen.
– „Wenn ich mir den Altersschnitt hier drinnen ansehe“, antwortete ich verächtlich und deutete auf einige gesetztere Damen und Herren in der Runde, „dann fühle ich mich frisch genug. Aber was anderes, guter Mann“, fuhr ich in völlig verändertem Tonfall fort und legte Schäfer-Elmayer kumpelhaft den Arm um den Hals, „wo bekommt man denn bei Ihnen was Anständiges zu spachteln? Ein kleines Hüngerchen hätte ich nämlich schon mitgebracht.“
– „Nun …“, meinte Schäfer-Elmayer gedehnt, während er sich eilig aus meiner Umarmung herauswand, „das Souper wird bald aufgetragen. Warum bedienen Sie sich einstweilen nicht einfach bei unseren köstlichen Amuse Geules?“ Mit einem anmutigen Fingerschnippen deutete er einer Servierdame, die prompt mit einem Silberteller voll Kaviarbrötchen, Spießchen und Rohköstchen herbeigeschwebt kam, während sich Elmayer auf ebenso leisen Sohlen entfernte. Offensichtlich glaubte der Tanzlehrer, mich auf kulinarischem Wege eine Weile ruhig stellen zu können.

Ich beäugte die mundgerechten Häppchen mit allen Anzeichen von Misstrauen. „Was’n das für Zeug?“, fragte ich lauernd, ohne etwas anzurühren. – „Ein kleiner Gruß aus der Küche“, replizierte das Serviermädchen artig, „leichte Gaumenfreuden zum Aperitif.“
– „Na, woll’n mal sehen“, murmelte ich barsch, griff widerwillig nach einem Käsespießchen mit Traube und schob es mir samt Zahnstocher in den Mund. Eine Weile kaute ich mit deutlich vernehmbarem Krachen auf dieser ungewöhnlichen Mischung herum, bevor ich den Brei aus Speiseresten und Sägemehl angewidert in ein Taschentuch spuckte. „Den Gaumen möchte ich sehen, der sich über so was freut“, schnauzte ich die arme Bedienstete an, die das ungustiöse Schauspiel mit weit aufgerissenen Augen verfolgt hatte. Dann rollte ich mein gefülltes Sacktuch zusammen, verschnürte es kunstvoll und stellte es neben die anderen Köstlichkeiten aufs Tablett zurück. „Gruß in die Küche“, rief ich grinsend, während die Servierdame fluchtartig das Weite suchte.

Da sich Thomas Schäfer-Elmayer gerade einem weit entfernt stehenden Grüppchen zugewandt hatte, sah ich mich dazu gezwungen, mich bei den anderen Besuchern auf eigene Faust vorzustellen. Mit einem Gläschen Schaumwein in jeder Hand steuerte ich wahllos einen der Stehtische an und gesellte mich zu den dort versammelten Gästen. „Grüß euch, ich bin der Rudi“, sagte ich in möglichst unbedarftem Tonfall, schlürfte lautstark ein Glas Schampus hinunter und streckte dann dem nächstbesten Gast in unsagbar penetranter Weise die frei gewordene Hand entgegen. Der betreffende Herr, allem Anschein nach ein Grandseigneur alter Schule, wirkte zwar peinlich berührt, war aber dennoch zum Schütteln meiner ungewaschenen Pranke bereit. Ich aber zog im letzten Augenblick meine Hand zurück – und fuhr mir stattdessen genießerisch durchs Haar, ein patentierter Move, den ich schon seit Volksschulzeiten nicht mehr eingesetzt hatte. „Ha, ha, reingefallen“, kicherte ich, um größtmögliche Infantilität bemüht, und drehte dem entsetzten Herrn eine lange Nase, als sei ich einer Wilhelm-Busch-Geschichte entsprungen. Thomas Schäfer-Elmayer blickte vom anderen Ende des Salons alarmiert zu uns herüber.

Ich, nicht faul, machte mich gleich ans nächste Grüppchen heran, eine Runde distinguierter Damen jenseits der 50, die plaudernd in einem Halbkreis standen. Mit einem großen Sprung platzte ich, einem Laubfrosch nicht unähnlich, mitten in die Gruppe hinein. „Hoch mit den Gläsern, Mädels“, krähte ich fröhlich und fuchtelte unkontrolliert mit meiner Sektflöte herum. Die feinen Ladys zuckten erschrocken zusammen und wandten sich dann pikiert von mir ab. „Um Himmels willen, hat der Mensch denn gar keine Manieren?“, entfuhr es einer von ihnen. „Allein wie er herumläuft! Sie, sind ja immer noch völlig nass!“ – „Darum trinke ich ja Henkel trocken“, gab ich glucksend zurück und brach über meinen eigenen Kalauer in schallendes Gelächter aus. Die Damen schwiegen eisig.

„Na gut, wenn Sie meinen …“. Mit gespieltem Schmollen stellte ich mein halbvolles Sektglas am Tischlein ab, packte meine durchweichte Krawatte und begann, sie in das Gläschen auszuwringen. „So, Sie sind Sie jetzt zufrieden?“, fragte ich gehässig und genehmigte mir einen kräftigen Schluck von der trüben Brühe.
„Mein Gott“, stieß eine der Frauen tonlos hervor. Ihre noble Blässe war noch um einiges nobler geworden. Eine zweite Dame bedeckte ihre Augen, um meinen Anblick nicht länger ertragen zu müssen. Alle schienen ernsthaft gegen eine Ohnmacht – oder gegen den Brechreiz – anzukämpfen.

„Wenn Ihnen das auch nicht passt, dann leihen Sie mir wenigstens den hier“, raunzte ich ungnädig und zeigte auf einen edlen Zwergpudel mit wollig-weißen Locken, der aus dem Handtäschchen einer Dame hervorlugte. „So ein lebendes Frotteetuch wollte ich schon immer mal ausprobieren.“ – „Unterstehen Sie sich!“, kreischte Frauchen empört. „Wenn Sie meiner kleinen Eufemia auch nur ein Haar krümmen …“ Sie ballte drohend ihre behandschuhte Faust.
– „Na, na, na“, sagte ich beschwichtigend, „dann lassen Sie Ihre Fußhupe halt stecken. Jetzt wollen wir erst mal einen heben.“ Ungerührt reckte ich mein Glas. „Und jetzt alle gemeinsam: Drei-zwo-eins: Zur Mitte, zur Titte, zum Sack, ZACK-ZACK!“

Das nicht eben lyrische „ZACK-ZACK“ hatte ich bewusst so laut gebrüllt, dass es der ganze Saal – also auch Schäfer-Elmayer – gehört haben musste. Und tatsächlich kam der Tanzlehrer nun quer durch den Raum auf mich zugestürmt. Ein leichter Anflug von Zornesröte lag auf seinem gepuderten Antlitz. „Rudolph“, presste er mühsam beherrscht hervor, „hätten Sie wohl die Ehre, einen Augenblick mit mir zu kommen?“ – „Klar, wieso nicht?“, entgegnete ich freundlich. „Obwohl ich es, mit Verlaub, nicht sehr höflich von Ihnen finde, dass Sie mich mitten aus einer so angeregten Konversation herausreiß—“. – „Kommen Sie, verdammt noch mal!“, fauchte Schäfer-Elmayer – so laut und aggressiv, dass ihm die umstehenden Gäste erschrockene Blicke zuwarfen. Einige begannen zu tuscheln.

Der Tanzlehrer, dem sein kleiner Auszucker sichtlich peinlich war, schaltete prompt auf Strahlemann zurück und pappte sich sein gewinnendstes Dr.-Best-Lächeln aufs Gesicht. Freundschaftlich hakte er sich bei mir unter und geleitete mich mit sanftem Zwang in eine ruhigere Ecke des Salons. „Ich weiß nicht, wie lange Sie ihr kleines Spielchen noch weitertreiben wollen“, stieß er leise zwischen zusammengepressten Grinsezähnen hervor, während ich neben ihm her zuckelte wie sein abgehalfterter Zwillingsbruder. „Aber wenn Sie glauben, dass ich Sie einfach expedieren werde, dann haben Sie sich geschnitten. Diese Schmach werden Sie mir nicht zufügen! Ein Thomas Schäfer-Elmayer wirft keine Gäste hinaus. Wer in der Casa Elmayeri zu Gast ist, der benimmt sich! Ob er will oder nicht. Dieses eherne Gesetz werden auch Sie nicht zu Fall bringen. Ab jetzt behalte ich Sie in meiner Nähe.“ Sein Griff schloss sich fester um meinen Arm. „Da vorne steht meine Gattin“, wisperte er. „Ich werde Sie nun bekannt machen. Und ich gehe davon aus, dass Sie wissen, was Sie zu tun haben.“ – „Seien Sie unbesorgt“, sagte ich lächelnd.

Wir näherten uns einer eleganten Dame in den besten Jahren, die in einem ausgesprochen aparten schwarzen Abendkleid an der Tür zum Speisezimmer stand. „Traute Agathe“, säuselte der Tanzlehrer mit seinem sonoren Bariton, „darf ich dir einen besonders lieben Gast vorstellen? Das ist Herr Rudolph, mein vorbildlichster Zögling. Rudolph, das ist meine liebe Ehefrau Agathe.“ – „Aha“, sagte ich teilnahmslos. Elmayer stieß mich unauffällig in die Seite. „Na gut, dann halt: Angenehm“, maulte ich lustlos und hielt der Dame des Hauses meine schlaffen Griffel entgegen. „Doch nicht so“, raunte mir der Tanzlehrer ins Ohr, „machen Sie gefälligst einen ordentlichen Diener“. – „Wieso ich?“, fragte ich so laut, dass es auch Agathe nicht überhören konnte, „soll sie doch erst einen Knicks machen.“ – „Sie wissen genau, dass man einen Knicks nur vor höhergestellten Persönlichkeiten macht“, zischte Schäfer-Elmayer, „also los, bewegen Sie endlich Ihre Birne nach unten.“ – „Ich kann nicht, ich habe es doch im Kreuz“, jammerte ich und warf der Dame des Hauses Mitleid heischende Blicke zu.

Der Tanzlehrer schnaubte empört, doch seine Gemahlin tätschelte ihm beruhigend die Schulter. „Sei nicht streng mit dem jungen Mann“, sagte sie huldvoll, „ich werde mich für heute auch mit einem Handkuss zufrieden geben.“ Mit einer graziösen Bewegung streckte sie mir ihre schlanke Hand entgegen. Ich betrachtete die mit Ringen und Armreifen bewehrte Extremität wie einen extraterrestrischen Tentakel und machte keine Anstalten, sie zu ergreifen, geschweige denn, dem Kussauftrag nachzukommen. „Nun machen Sie schon“, fuhr mich der Tanzlehrer unterdrückt an, „Sie haben es doch gehört.“

Ich seufzte schicksalsergeben. „Na dann mal her mit der Pfote“, murmelte ich und zog den ausgestreckten Arm unsanft in meine Richtung. „Ich hoffe, Sie halten etwas auf Hygiene“. Mit diesen charmanten Worten ließ ich meine geschürzten Lippen ungestüm auf Agathes Handrücken prallen. Und in dieser Stellung verharrte ich. Die Sekunden verflogen nur so. Nach einiger Zeit hörte ich, wie Schäfer-Elmayer sich räusperte. „Äh, Sie dürfen jetzt wieder loslassen“, flüsterte er. Ich aber dachte nicht daran. Ich konnte spüren, wie Agathens Hand unter meinen Lippen immer unruhiger wurde und versuchte, meinen Kussmund abzuschütteln. Doch ich hatte mich bereits festgesaugt wie ein Aal. Erst als mir Schäfer-Elmayer unsanft auf die Zehen trat, ließ ich von seiner Frau ab.

Agathe, die ihrer Rolle als souveräner Gastgeberin mit bewundernswerter Geduld treu blieb, tat, als sei nichts geschehen. „Ich habe schon viel von Ihnen gehört“, sagte sie freundlich, und massierte verstohlen das kreisrunde Kussmahl auf ihrem Handrücken. „Mein Gatte hat so oft von Ihnen erzählt.“ – „Tatsächlich?“, gab ich ruppig zurück. „Ich habe von Ihnen noch nie etwas gehört. Ihr Gatte hat Sie kein einziges Mal erwähnt.“
– „Thomas, ist das wahr?“, rief Agathe empört und maß ihren Gemahl mit einem strafenden Blick. – „Was für ein Unfug“, antwortete der Tanzlehrer aufbrausend, „du weißt doch ganz genau, dass ich bei jeder Gelegenheit in den höchsten Töne von dir —“. – „Du brauchst gar nicht laut mit mir zu werden, Thomas“, unterbrach Agathe schnippisch, „wir können dich alle sehr gut verstehen.“
– „Wissen Sie“, schaltete ich mich wieder ein, „manches Mal hatte ich bei den Kursen den Eindruck, dass Ihr Gatte im Allgemeinen kein gesteigertes Interesse an Frauen —“. – „Jetzt reicht’s mir aber“, fuhr mir Schäfer-Elmayer zornig über den Mund, „Sie werden sich auf der Stelle bei meiner Gattin entschuldigen.“ – „Wieso?“, fragte ich achselzuckend, „ich habe doch Sie beleidigt, Herr Elmayer“.

Gegen jede Etikette verstoßend, packte mich der Tanzlehrer an der Schulter, und holte mit der anderen Hand zum Schlag aus. Im letzten Moment besann er sich seiner guten Manieren, ließ den Arm wieder sinken und zupfte sich den verschobenen Kragen zurecht. Er atmete tief durch.
„Nun gut“, sagte er dann und bemühte sich, einigermaßen versöhnlich zu klingen, „ich werde diesen kleinen … Fauxpas noch einmal vergessen. Aber nur, wenn Sie sich augenblicklich am Riemen reißen und sich endlich benehmen wie ein Mann von Welt.“
– „Wenn Sie auf so was abgehen, okay“, erwiderte ich kulant. „Womit soll ich anfangen?“

– „Nun, als erstes könnten Sie der Dame des Hauses ein kleines Kompliment machen“, erklärte Schäfer-Elmayer, „so wie es sich in einem bürgerlichen Haushalt geziemt.“
– „Ich kann es ja mal versuchen“, sagte ich und begann Agathe langsam von Kopf bis Fuß zu mustern, wie ein Schneider, der Maß nimmt. „Hmm, gar nicht so einfach“, murmelte ich nach einer Weile und legte die Stirn in Falten. „Nun, Agathe“, sagte ich dann höflich, „zu Ihrer oberen Körperhälfte will mir im Moment nichts Rechtes einfallen. Und zu Ihren Beinen möchte ich mich in der Öffentlichkeit nicht äußern“. Ich legte eine kunstvolle Pause ein und sah dem Ehepaar Elmayer beim Erbleichen zu. „Aber“, fuhr ich dann feierlich fort, „was mir saumäßig imponiert, ist, dass Sie ungeachtet ihres schon etwas gesetzteren Alters – als Kavalier weiß ich, dass man eine Dame nicht nach Ihrem Geburtsdatum fragt, aber mit den Fünfziger Jahren dürfte ich wohl nicht so weit daneben liegen – dass Sie also trotz ihrer fortgeschrittenen Jahre immer noch einen derart prächtigen Knackarsch vorweisen können. Ich darf die Gelegenheit nützen, Ihnen dazu in aller Form zu gratulieren.“

Agathe und ihr Gatte waren sprachlos. Daher konnte ich unverdrossen fortfahren: „Erlauben Sie mir eine Frage, liebe Agathe“, sagte ich galant, „ist bei Ihnen eigentlich alles Natur? Oder hat an der einen oder anderen Stelle doch der liebe Onkel Doktor nachgeholfen? Keine Sorge, mir gegenüber können Sie ganz unbefangen sein. Ich kann ein Geheimnis für mich behalten.“ Ich vollführte eine Geste, als ob ich mir die Lippen zunähen würde.

Die Elmayers standen immer noch da wie vom Donner gerührt. „Ah, bevor ich es vergesse“, rief ich, um das unangenehme Schweigen zu durchbrechen, „ich habe Ihnen ein kleines Präsent mitgebracht.“ Ich begann, in meinen ausgebeulten Fracktaschen herum zu wühlen. „Wo habe ich sie bloß …“, brummte ich, während ich gebrauchte Taschentücher, leeres Kaugummipapier und ausgelutschte Apfelsinenkerne über den Boden verstreute. „Ah, da ist sie ja!“ Würdevoll zog ich eine durchaus lädierte Schachtel Pralinen aus der Tasche und brachte sie Frau Elmayer mit einigem Stolz dar. Agathe würdigte die armselige Ansammlung keines Blickes, schien aber etwas erwidern zu wollen.

„Nein, nein“, schnitt ich ihr großzügig das Wort ab, „Sie brauchen mir nicht zu danken. Ich musste mich für diese kleine Leckerei nicht in Unkosten stürzen. Sie stammt aus dem SW-Feinkostladen. S wie Schlecker, W wie Wühlkiste. Sie wissen schon: Verfallsdatum abgelaufen, Ware in Ordnung. Da musste ich gleich an Sie denken.“ – „Wie schön“, sagte die Gastgeberin indigniert.

– „Sie müssen verzeihen, dass ich bereits zugegriffen habe“, erläuterte ich unter Hinweis auf die halb leere Packung, „aber bei Süßem kann ich einfach nicht widerstehen. Ich bin nun mal eine rechte Naschkatze. Aber probieren Sie doch selbst.“ Ungeschickt fingerte ich eine leicht deformierte Schokokugel hervor und ließ das traurige Konfekt vor Agathes Nase tanzen. „Mund auf, Augen zu“, flüsterte ich verführerisch. – „Eher sterbe ich“, sagte Agathe ausdruckslos.
– „Ich könnte auch für dieses Zuckerwerk sterben“, sagte ich verträumt und begann die Pralinen genussvoll in mich hineinzustopfen. „Mmm, die sind aber wirklich schmackhaft …“.
Ungustiös mampfend trat ich auf Schäfer-Elmayer zu, der noch immer neben seiner Frau stand wie zur Salzsäule erstarrt. „Hauen Sie rein, alter Junge“, sagte ich freundschaftlich und wischte mir über den schokoladeverschmierten Mund, „was Besseres werden Sie in diesem Haus nicht kriegen.“

In diesem Moment fuhr wieder Leben in den Tanzlehrer. Mit einem unerwarteten rechten Haken schlug er mir die Pralinenschachtel aus der Hand – seine Augen funkelten vor Zorn und grimmiger Entschlossenheit.
„Ein Schäfer-Elmayer muss sich so etwas nicht bieten lassen“, knurrte er bedrohlich. „Nicht von einem armseligen Anarcho-Früchtchen wie Ihnen. Ich sitze am längeren Ast – und am höheren. Agathe!“ Seine Gattin, immer noch leicht weggetreten, schlug erschrocken die Hacken zusammen. „Lass’ sofort die Suppe auftragen. Wir fahren programmgemäß fort.“
Auch Frau Elmayer schien auf einmal wieder von gesellschaftlicher Energie durchpulst. Ohne mich eines weiteren Blickes zu würdigen, klatschte sie ein paar Mal in die Hände, bis sich das Personal um sie geschart hatte und begann, im Kommandoton Anweisungen auszugeben.

Der Tanzlehrer wandte sich derweil wieder an mich. „Machen Sie ruhig so weiter“, flüsterte er mir in einem Tonfall großbürgerlicher Herablassung ins ungewaschene Ohr. „Wenn Sie glauben, damit irgendetwas bezwecken zu können, bitte. Doch wenn Sie das tun, müssen Sie eine Kleinigkeit einkalkulieren“, seine Stimme klang plötzlich klirrend kalt, „nämlich, dass ich Sie vernichten werde. Sie wissen, ich bin ein Mann von Welt. Ich habe Beziehungen, Kontakte, Netzwerke, von denen Sie nicht einmal etwas ahnen. Wie sollten Sie auch? Sie sind ja nicht gesellschaftsfähig. Also glauben Sie mir: Ich könnte Sie im Handumdrehen sooo klein machen, mit Zylinderhut. Anders formuliert: Wenn Sie mein Haus heute Abend in Unfrieden verlassen, werden Sie in diesem Land nie wieder einen Fuß auf den Boden bekommen.“ Bei diesen Worten betrachtete er voll Abscheu meine Bergschuh-ähnlichen Quadratlatschen. „Ist Ihnen klar, was das heißt?“, fragte er mit durchdringender Stimme – „Absolut“, erwiderte ich. – „Und werden Sie sich dementsprechend verhalten?“ – „Das werde ich“, sagte ich ruhig.

Die Züge des Tanzlehrers entspannten sich. „Wusste ich doch, dass ich Sie zur Räson bringen würde. Ich bin schließlich noch mit jedem fertig geworden.“ Er grinste selbstzufrieden, im vollen Bewusstsein seiner Überlegenheit.
Ich räusperte mich zögernd. „Kann ich … irgendetwas tun, um Ihnen meine wahren Absichten deutlich zu machen?“, fragte ich hilfsbereit.
„Oh, aber gerne“, sagte Schäfer-Elmayer erfreut, „ich hätte da eine spannende Aufgabe für Sie.“ Der Tanzlehrer fasste mich an der Hand und zog mich zu einer buckligen alten Dame mit fingerdicken Brillengläsern und altmodischem Haardutt, die leicht orientierungslos durch den Saal wanderte. „Mutter“, sagte Elmayer laut und beugte sich zu der verhutzelten Frau hinunter, „dieser galante junge Herr“, er wies in meine Richtung, „wird dich nun zu deinem Platz im Speisesaal geleiten. Da freust du dich, gelt?“ – „Wie schön“, krächzte Oma Elmayer und winkte mir mit ihrem Krückstock freundlich zu.

„Ich verlasse mich auf Sie“, sagte Elmayer leise zu mir, warf mir einen letzten strengen Blick zu und enteilte dann in den Speisesaal, um die Vorbereitungen zu überwachen.

Vorschriftsmäßig bot ich der alten Vettel den Arm und ließ sie bei mir unterhaken. Ich führte sie artig in den Speisesaal – eine mächtige holzvertäfelte Jagdstube mit allerlei prächtigen Trophäen an der Wand – hielt ihr ritterlich die Tür auf und geleitete sie als perfekter Kavalier bis zu ihrem Sitzplatz. Die anderen Gäste, sie saßen bereits auf ihren Plätzen, warfen mir anerkennende Blicke zu. „Wunderbar haben Sie das gemacht“, lobte mich die alte Dame selbst und tätschelte mir mit ihren knorrigen Fingern den Handrücken. „Wenn Sie mir jetzt noch aus dem Mantel helfen würden …?“ Sie deutete auf den schweren Fuchspelz samt Pfote und Kopf, der ihr über die schmächtigen Schultern baumelte. – „Aber selbstverständlich“, meinte ich zuvorkommend und pflückte ihr das Kleidungsstück sanft vom gebeugten Körper. „Tausend Dank, Sie Engel“, sagte Großmütterchen und fuhr mir liebevoll durchs Haar, „wenn Sie ihn bitte dort drüben aufhängen würden.“
– „Sicher nicht“, sagte ich laut und vernehmlich.

Oma Elmayer blickte mich fassungslos an. „Was haben Sie da gerade gesagt?“, quäkte sie.
- „Ich habe gesagt, dass ich Ihren Mantel nicht aufhängen werde“, wiederholte ich gut gelaunt.
- „Aber wieso denn nicht?“, fragte die alte Dame konsterniert.
- „Weil ich ihn selber tragen werde“, erklärte ich fröhlich, während ich in den viel zu engen Pelzmantel schlüpfte, „ich wollte immer schon wissen wie es ist, ein totes Tier um den Hals zu tragen.“
- „Aber …“, japste Oma Elmayer.
- „Bereits in der Steinzeit haben Menschen Tierhäute getragen“, dozierte ich und fing an, den Mantel sorgfältig zuzuknöpfen, „Sie können sich ja sicher noch daran erinnern …“.
- „Was erlauben Sie sich“, kreischte die Alte und begann, hysterisch an der Fuchspfote zu zerren, „geben Sie ihn mir sofort zurück!“ Sie trommelte mit ihren knochigen Fäusten auf meinen Rücken ein. Von meinen Schmerzensschreien angelockt, stürzte Thomas Schäfer-Elmayer herbei.

„Sind Sie wahnsinnig geworden?“, fuhr er mich beinahe lautlos, aber umso furchteinflößender an, „verlassen Sie sofort Mutters Mantel – oder ich vergreife mich an Ihnen!“ Er packte mich brutal (wenn auch möglichst unauffällig) am Schlafittchen, schüttelte mich aus dem Pelz und zwang mich durch seinen eisernen Griff mit sich.
– „Meine Geduld ist ein für allemal zu Ende“, raunte er mir mit tödlichem Ernst in der Stimme zu, „Sie wollen es also auf die ganz harte Tour. Die können Sie haben, mein Lieber. Das Nachspiel wird für Sie … unaussprechlich sein. Aber eines schwöre ich Ihnen: Ich werde dieses Abendessen zu Ende führen – mit Ihnen an meiner Seite – und wenn es das Letzte ist, was ich tue.“
– „Dann sind wir uns ja einig“, keuchte ich.

Das große Galadiner verbrachte ich eingeklemmt zwischen Thomas Schäfer-Elmayer und Admiral von Clausewitz, einem grimmigen Weltkriegsveteranen und passionierten Jäger. Er trug einen altdeutschen Vornamen, zahlreiche Orden auf der Heldenbrust und einen monströsen Kaiser-Wilhelm-Bart im kantigen Feldherrengesicht.

Während der Frittatensuppe würdigte mich keiner der beiden Herren eines Blickes, geschweige denn eines Wortes. Auch ich verhielt mich ruhig – aus gutem Grund. Denn bei jedem Verstoß gegen die richtige Esstechnik – etwa beim geräuschvollen Versuch, die Frittaten wie Spaghetti in den Mund zu saugen – und wann immer ich etwas sagen wollte, durchzuckte mich sofort ein heftiger Schlag. Offensichtlich verbarg der Tanzlehrer unterm Tisch einen kleinen Elektroschocker, der ihn in die Lage versetzte, mich nach Belieben mit Stromstößen zu foltern.

Eine Zeitlang konnte mich Elmayer auf diese unmenschliche Weise im Zaum halten. Doch vor dem Hauptgang hatte ich mich bereits so an die pulsierenden Schmerzen gewöhnt, dass an neuen Schabernack zu denken war.

Admiral von Clausewitz war gerade dabei, dem Hausherren einige Schnurren aus längst vergangenen Jägerszeiten zu erzählen: „Seh’n Sie diesen kapitalen Sechzehnender?“, von Clausewitz deutete auf eine der zahllosen Trophäen an der Wand, „so ’nen Prachtkerl hatte ich anno Zwoundvierzig selbst vor der Flinte.“ – „Ob das nicht eher ein Russe war?“, fragte ich und klopfte dem Admiral jovial auf die Schulter. „Schließlich … Au!“ Mit einem kraftvollen Stromstoß brachte mich Elmayer zum Schweigen.
„Nu denn“, fuhr von Clausewitz nach einer Weile sichtlich verärgert fort, „’s war wirklich’n kolossaler Bursche. Da dacht’ ich mir, was so’n echter Waidmann ist, der hält immer feste druff. Und so …“ – „… sind Sie zum Eisernen Kreuz gekommen“, führte ich den Satz zu Ende. Dann setzte mich ein besonders langer und heftiger Schlag bis zur Hauptspeise außer Gefecht.

Vor meinen Augen tanzten bunte Schleier. Dennoch konnte ich die immer dickere Zornesader auf der Stirn des Admirals erkennen – und nahm mit noch größerer Genugtuung wahr, dass auch Schäfer-Elmayer bereits äußerst angeschlagen wirkte …

Um wieder zu Kräften zu kommen, sprach ich zwischen den Gängen in verstärktem Maße dem Rotwein zu. Zum Zeitpunkt, als sich der Admiral über seinen aristokratischen Stammbaum zu verbreitern begann, war ich schon wieder voll auf der Höhe.
„… und meine Großtante Amalie“, sagte von Clausewitz gerade, „heiratete 1848 den Freiherrn —“. „Kennen Sie den schon?“, unterbrach ich vorwitzig. „Wie nennt man das Vergehen, wenn ein Mann seine eigene Schwester ehelicht? Na? … Fürstenhochzeit!“ Über dieses zündende Bonmot brach ich in brüllendes Gelächter aus und klopfte mir prustend auf die Schenkel, bis ich von einer Kaskade von E-Schocks gestoppt wurde.

Mittlerweile war die halbe Tafel auf unsere wüste Auseinandersetzung aufmerksam geworden und harrte mit Spannung der Dinge, die da noch kommen mochten. Thomas Schäfer-Elmayer sah aus, als wolle er augenblicklich im Boden versinken. Dieser Anblick gab mir neue Kraft.

„Einen hätte ich noch“, wandte ich mich an Admiral von Clausewitz: „Sagt ein Graf zum anderen: ‚Sie, stimmt es, dass Ihr Bruder jetzt um seine eigene Tochter buhlt?’. Drauf der andere: „Lassen Sie gefälligst meine Mutter aus dem Spiel!“. So weit es meine Kräfte noch zuließen, lachte ich.
Von Clausewitz aber sprang wutentbrannt auf: „Das Maß ist voll“, rief er mit seiner donnernden Kommandostimme, „ich verlasse auf der Stelle dieses Tollhaus!“ Mit einem Ruck riss er sich die manierlich umgebundene Serviette vom Leib, warf sie Schäfer-Elmayer ins Gesicht und stürmte in Rage aus dem Speisesaal. „Sie sehen mich niemals wieder!“, rief er dem Hausherren noch zu. Dann fiel die Tür so heftig ins Schloss, dass der ganze Esstisch erzitterte.

Im Speisesaal herrschte betretenes Schweigen. Man hörte nur, wie Schäfer-Elmayer verzweifelt nach Luft schnappte. Doch bald gesellte sich zum röchelnden Atmen des Tanzlehrers ein völlig anderes, schmatzendes Geräusch:
Ich hatte mich tief über den Tisch gebeugt, das Gesicht ganz nah am Teller und begann, das gebratene Selchfleisch in mich hineinzuschlingen wie ein Pferd – ohne Besteck, dafür mit einem geradezu animalischen Gusto. Dazu trank ich Rotwein aus der Flasche. Während ich der Tischgesellschaft zuprostete, sagte ich mit vollem Mund Trinksprüche auf:

„Es trinkt der Mensch,
es säuft das Pferd,
bei mir, da ist es umgekehrt!“

Von Schäfer-Elmayer kam nur noch ein leises Wimmern. Heftige Weinkrämpfe schüttelten seine merklich gealterte Gestalt. Ich empfand fast so etwas wie Mitleid für ihn.
„Los, alter Knabe, jetzt saufen wir“, lallte ich und presste dem Tanzlehrer die Weinflasche an die farblosen Lippen. Doch Elmayer schien wie gelähmt. Der Rotwein rann ihm aus den schlaffen Mundwinkeln über das Kinn und tauchte sein blütenweißes Hemd in eine blutrote Farbe.
„Nun, seien Sie doch nicht so miesepetrig“, forderte ich den Tanzlehrer unwirsch auf und zwang ihn zu einem weiteren Schluck, „denken Sie immer daran:

Hast Du Wein in deiner Blutbahn,
kannst Du balzen wie ein Truthahn!

Also, lassen Sie sich gefälligst nicht so hängen!“ Ich begann, Schäfer-Elmayer heftig hin- und herzuschütteln. „Was sollen denn die Damen von Ihnen denken? Sehen Sie doch, wie viele wunderschöne Frauen heute Abend gekommen sind – und gerade Sie als Gastgeber müssen sich so daneben benehmen. Mit Ihnen kann man wirklich nirgendwo hingehen. Ich bin maßlos ent— … hallo!”

Augenblicklich ließ ich das Beuteln sein und nahm den Tanzlehrer mit verschwörerischem Lächeln beiseite. „Sehen Sie die Kleine da drüben?“ Ich zeigte auf eine reizvolle junge Dame mit rehbraunen Augen, die uns schräg gegenüber saß und deren kohlrabenschwarzes Haar aufs Wunderbarste mit ihrem schreckensbleichen Gesicht kontrastierte. „Der würde ich sofort aus dem Mantel helfen.“ Ich zwinkerte dem Mädchen zu wie ein schmieriger Macker auf dem Kietz. Dann knuffte ich den Tanzlehrer kumpelhaft in die Seite. „Bei der Kleinen würde ich gerne mal einen wegstecken“, flüsterte ich in aller gebotenen Geilheit.
Elmayer hob langsam die Augen und sah mich indigniert an: „Das ist meine Tochter.“

– „Na, umso besser“, rief ich fröhlich, „das macht die Sache bedeutend einfacher. Ich hätte mir Folgendes vorgestellt: So bald ich sie klargemacht habe, ziehe ich bei Ihrer Jüngsten ein und führe sie ehebaldigst zum Traualtar. Wahrscheinlich übernehme ich sogar ihren Familiennamen. Dann werde ich endlich zur Familie Elmayer gehören!“
– „Niemals“, schrie der Tanzlehrer mit zitternder Stimme. „Das werde ich nicht zulassen, Sie, Sie …“, er suchte mit letzter Kraft nach dem schlimmsten Kraftausdruck, den er finden konnte, „Sie … Arschkeks, Sie!“
– „Aber Thooomas, doch nicht vor den Kindern!“, kreischte Agathe schrill. Dann fiel sie hinterrücks in Ohnmacht.
„Aber Thomas“, wiederholte ich in vorwurfsvollem Ton, „wie können Sie vor Ihren Kindern nur so etwas sagen?“
Aber Thomas antwortete nicht mehr.

Ob er noch mitbekommen hat, wie ich mich beim Dessert quer über den säuberlich gedeckten Tisch übergab? Das vermag ich nicht zu beurteilen. Sicher ist, dass der Anblick meiner Magensäure, wie sie sich durch die teure Tischdecke fraß und das jahrhundertealte Edelholz beizte, einen Kenner wie ihn nicht kalt gelassen hätte.

Sicher ist auch, dass es für ihn keine Rettung mehr gab. Selbst wenn ich nicht mehr mit dreckigen Herrenwitzen für einiges Aufsehen gesorgt, nicht mehr in die Bowle uriniert und abschließend keinen Analverkehr mit einem ausgestopften Reh simuliert hätte, wäre es um den armen Tanzlehrer unweigerlich geschehen gewesen.

Auch so dauerte es eine ganze Weile, bis die anderen Gäste bemerkten, was geschehen war. Immerhin saß Thomas Schäfer-Elmayer genauso in seinem Sessel wie immer. Als er sich in der Konversation etwas zurückhaltender zeigte als sonst, dachte man zunächst an eine Ohnmacht – so etwas gehörte in diesen Kreisen schließlich zum guten Ton. Erst als das Riechsalz seine Wirkung verfehlte, schöpfte man einen schrecklichen Verdacht.

Die Ärzte benötigten eine Reihe aufwändiger Spezialuntersuchungen, um festzustellen, dass es sich in diesem Fall nicht um die übliche, kerzengerade Haltung des Tanzlehrers handelte – sondern um die Leichenstarre; dass sein Gesicht nicht die übliche noble Blässe trug – sondern das fahle Weiß des Todes. Die Diagnose der Mediziner: Tod durch Fremdschämen.

Von der Polizei ließ ich mich widerstandslos abführen. Als gelernter Gentleman wusste ich, wie ich mich zu benehmen hatte. Mein umfassendes Geständnis war ein Meisterstück gehobener Konversation. Mit meinem sprühenden Esprit und meinem herben Charme werde ich auch in den Strafanstalten den Mittelpunkt jeder Party bilden.

Ich weiß: Meine Strafe wird die höchste sein.
Doch ich bereue nichts.