Astra Kinastra
Astra Kinastra ist eine österreichische Schriftstellerin, die Ende der Achzigerjahre hauptsächlich als Hauptautorin mehrerer deutscher Schundheft-Reihen bekannt wurde, bevor sie über die Neunzigerjahre hinweg als Jugendbuchautorin mehrere Bestseller verfasste. Im neuen Jahrtausend erlangte sie größere Bekanntheit durch verschiedene Bestseller aller Genres und durch ihre Mitgliedschaft im mittlerweile legendären Kufsteiner Schreibclub.
Kinastras Anfänge sind bescheiden: als Lektorin begann sie ihre Karriere beim Bastion-Verlag, durfte aber schon nach wenigen Monaten einige Ausgaben der Kultreihe „Gespensterfänger Bill Smith“ verfassen. Kinastras enormer Output bewirkte eine rasche Karriere beim Verlag: 1989, im letzten Jahr ihrer Tätigkeit für Bastion, verfasste sie ca. 1600 Romanhefte – eine Menge, die nur über ihre ungewöhnliche Arbeitsmethode erklärbar ist: sie diktierte parallel sieben Sekretären (die sie in ihrer kürzlich erschienen Autobiographie scherzhaft als „tausend Affen an tausend Schreibmaschinen“ bezeichnet).
Auf Kinastras Konto gehen dabei so eingängige Schöpfungen wie „Raumfahrer Bill Warner“, „Bill Baxter, der Schrecken des wilden Westens“ oder „Missouri Bill, der waghalsige Abenteurer“. 1990 beendete Kinastra ihre Arbeit für den Verlag (auch wenn der Verlag ihren Namen aus Verkaufsgründen noch mehrere Jahre weiterverwendete und diese Praxis erst durch einen von Kinastra erwirkten Gerichtsbeschluss unterließ) und begann als Autorin von Jugendbüchern im Science-Fiction- und Fantasybereich ihr Wirken. Auch hier konnte die notorische Vielschreiberin nicht kürzertreten und wurde bald als der „Wolfgang Hohlbein Österreichs“ zum stehenden Begriff.
Im neuen Jahrtausend widmete sich die Autorin dann ernsthafteren Werken und reduzierte ihren Output auf ca. zwei bis drei Romane im Jahr (die dafür im Schnitt dreitausend Seiten umfassen). Im Moment arbeitet Kinastra am Text einer Oper, die voraussichtlich 2010 in Bayreuth uraufgeführt werden soll (laut Veranstaltern „das längste Stück, das diese Bühne je gesehen hat“) sowie einer zehnteiligen Science-Fiction-Romanserie, die laut eigener Aussage „ein Parallel-Universum vom Anfang bis zum Ende“ chronologisieren soll.
Texte:
- Lugenbauer und die Brandstifterin
- Das Kopfzimmer. Eine Bildstörung
- Restless Leg: Frenetischer Jubel in der literarischen Community
- We are. Are we?
- Luzia und der Fünfsterne-Hamam
- Das Wüstenherz
- Reflexionen im Hungerturm
- Ode à la lumière provençale
- Bericht einer Honigbiene im Juni
- Tyrolean Winter Elegy